Becken
Stichworte Ride-Becken | Crash-Becken | Sizzle-Becken | Hi-Hat
Becken, englisch: cymbal, Idiophon (Metallophon, Gegenschlagidiophon, Aufschlagidiophon), kreisförmiges Schlaginstrument aus Bronze oder Messing, das entweder paarweise unmittelbar gegeneinander geschlagen, oder aber als Bestandteil von Drum Sets mit Stöcken, Besen oder Schlägeln unterschiedlicher Art angeschlagen wird; in Rock- und Popmusik werden abgesehen von der Hi-Hat ausschließlich Einzelbecken innerhalb eines Drum Sets benutzt.
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Crash-Becken, geschlossene Hi-Hat, Crash-Becken, Ride-Becken, Kuppe Ride-Becken
In den Orchestern der Kunstmusik werden Becken vor allem paarweise eingesetzt. In dem Loch in der Mitte jedes Beckens ist eine Lederschlaufe befestigt; der Instrumentalist nimmt in jede Hand ein Becken und schlägt die offenen Flächen gegeneinander. Dazu haben sich verschiedene Techniken herausgebildet. Gängig ist es, die Becken leicht aneinander vorbeistreifend gegeneinander zu schlagen. Häufig werden die ausklingenden Becken nach dem Schlag mit der Öffnung in Richtung Publikum gehalten.
In der Militärmusik und bei zivilen Blaskapellen kommen ebenfalls Beckenpaare zur Anwendung. Wenn nicht ein einzelner Musiker das Beckenpaar spielt, so kann ein Becken auch fest auf der Basstrommel installiert sein, auf das der Spieler der Trommel ein zweites Becken, das er in der freien Hand hält, schlägt.
In Rock, Jazz und Popmusik werden die Becken auf Ständern verschiedener Art aufgehängt. Dazu wird der mit einem Gewinde und einer Filzscheibe versehene Dorn des Beckenständers durch das Loch des Beckens geführt, anschließend auf das Becken eine zweite Filzscheibe gesetzt; mit einer Flügelmutter wird das Becken mehr oder weniger starr auf dem Dorn befestigt. Eine Sonderform ist die Hi-Hat, zu der zwei Becken gehören, die mittels einer durch den Fuß des Schlagzeugers betätigten Maschine gegeneinander geschlagen werden. Je nach Aufgabe und Einsatz werden Ride- und Crash-Becken unterschieden; auf Ride-Becken werden in der Regel durchlaufende rhythmische Werte, etwa Achtel, gespielt, während ein Crash-Becken dem Akzentuieren dient, stets zum Beispiel auf der Zählzeit Eins am Beginn einer viertaktigen Periode. Schlagzeuger setzen aber auch Ride-Becken für Crashs und umgekehrt ein.
Die Herstellung eines Beckens verläuft bei allen Beckenherstellern ähnlich: Aus der Bronzelegierung von 80 % Kupfer und 20 % Zinn mit Spuren von Silber werden Rohlinge gegossen, die einen Durchmesser von etwa 15 Zentimetern haben und einige Zentimeter dick sind. Nach dem Auskühlen werden diese Rohlinge erwärmt und in mehrfachen Gängen zu großen, einigermaßen runden Scheiben ausgewalzt, die aber noch um einiges dicker sind als die späteren Becken. Nach erneuter Erwärmung wird die Glocke eingepresst, dann das Loch gebohrt und anschließend der Rohling auf die ungefähre Größe geschnitten. Danach wird die Platte gehämmert, also geschmiedet, was entweder von Hand geschieht oder aber in halb- oder vollautomatischen Maschinen. Nach erneutem Erwärmen wird der gehämmerte Rohling in die endgültige Form gepresst. Danach wird das Becken abgedreht, das heißt, die Stärke des Beckens wird endgültig bestimmt; Ride-Becken sind zum Rand hin dicker als Crash-Becken. Abschließend wird das Becken auf die endgültige Größe gebracht und der Rand rund geschliffen. Bei einer gering abweichenden Herstellung werden die Rohlinge aus großen Metallplatten geschnitten, dann aber in derselben Weise weiterbehandelt.
Becken werden in verschiedenen Größen hergestellt, der Durchmesser kann – etwa bei Fingerbecken – nur wenige Zentimeter betragen, doch gibt es Becken bis zu 60 Zentimetern (24 inch) Durchmesser, in Einzelfällen auch mehr. Klang und Tonhöhe hängen direkt vom Durchmesser, Material und Stärke des Beckens ab. Die Tonhöhe indes ist nicht eindeutig festgelegt, zumal der Klang des Beckens auch einen hohen Geräuschanteil enthält. Der Frequenzbereich von Becken kann von etwa 100 bis 9000 Hertz betragen. Außerordentlich groß ist der dem Instrument mögliche dynamische Umfang – Becken können sehr leise und sehr laut gespielt werden. Werden die Becken angeschlagen, so kommen verschiedene Anschlagmittel in Betracht, allen voran der Stock. Üblich sind aber auch Schlägel mit mehr oder weniger weichen Köpfen. Eine besondere Technik besteht darin, auf dem Becken einen längeren Wirbel zu schlagen, der den Ton anschwellen lässt; besonders geeignet für diese Technik sind Schlägel, deren Kopf mit Filz oder Fell bezogen ist.
Die Beckenherstellung wurde in Asien entwickelt und in der Türkei zur Blüte gebracht. Im Zuge der Kriege mit den Türken im 17. Jahrhundert kamen die Instrumente nach Europa. Türkische Hersteller beziehungsweise deren amerikanische Nachfahren haben noch heute eine große Bedeutung als Beckenhersteller, etwa Zildjian, deren Becken von vielen Schlagzeugern als die besten ihrer Art angesehen werden. Weitere Hersteller von verschiedenen Becken sind u. a. Sabian, Meinl, Ufip und Paiste.
Literatur
Blades, James: Percussion Instruments and their History; London 1970, 3. Auflage 1984


